Wird Quecksilber bald verboten?

Das Schwermetall Quecksilber ist in vielen verschiedenen Produkten enthalten. Ihm werden zwar viele positive Wirkungsweisen nachgesagt, jedoch belastet es die Umwelt in hohem Maße. Und das hängt auch damit zusammen, dass die Entsorgung noch zu wünschen übrig lässt.

Eine UN-Konvention konnte jetzt erreichen, dass der Abbau von Quecksilber in den kommenden Jahren stückweise vorgenommen wird. Da es jedoch zum Metall noch keine effizienten Alternativen gibt, wurde auf der Konferenz beschlossen, dass der Abbau langsam vonstattengehen soll. Bis zum Jahre 2020 soll es jedoch Alternativen geben, doch dann verschwindet das Quecksilber wohl langsam aus der Industrie und dem Leben vieler Menschen. Insgesamt 140 Nationen haben sich für das Minamata-Abkommen ausgesprochen, welches ab Oktober 2013 zur Ratifizierung kommen soll.

Alternativen für die Zahnmedizin

Nicht nur in verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen befindet sich Quecksilber. Es wird vor allem verwendet, um Menschen mit erkrankten Zähnen zu helfen. Amalgamfüllungen, in denen auch Quecksilber enthalten ist, halfen lange Zeit am besten und vor allem langfristig bei einer Karieserkrankung. Amalgam wird oft auch deshalb vorgezogen, weil es länger gelagert werden kann, leichter in den Mundraum des Patienten eingesetzt ist und zudem nicht viel kostet. Die meisten Krankenkassen setzen daher bei den Zahnfüllungen immer noch auf Amalgam.

Der Konvention ist es jedoch zu verdanken, dass bald niemand mehr Quecksilber in seinem Mund tragen muss. Dennoch geht der Trend schon jetzt dahin, dass immer mehr Menschen auf Kunststoff statt Amalgam für Zahnfüllungen zurückgreifen. Sie wissen um die schädlichen Auswirkungen von Quecksilber Bescheid und wollen nicht nur im Sinne ihrer eigenen Gesundheit, sondern auch im Interesse der Umwelt ein deutliches Zeichen setzen. Dies ist zwar mit höheren Kosten verbunden, jedoch vielen Menschen eine Investition wert.

Nun liegt es an den ratifizierenden Staaten, den Abbau vom Schwermetall Quecksilber im eigenen Land stückweise voranzutreiben und die Forschung nach Alternativen tatkräftig zu fördern und zu unterstützen.

Das Ziel lautet: Abbau von Quecksilber-Umwelt und Gesundheit schonen!

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Kurioses über Amalgam

Der quecksilberhaltige Zahnfüllstoff Amalgam wurde um 1830 in den USA zum ersten Mal eingesetzt. Nach unerklärlichen körperlichen Beschwerden der Patienten wurde das Mittel 1840 verboten, teilweise unter Androhung von Gefängnisstrafen und Ausschluss aus dem Ärzteverband. Aufgrund des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses wurde das Material 1855 wieder zugelassen. Später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, gelangte das Amalgam auch nach Europa.

Die Gefahrenstoffverordnung (§ 20 der GefStoffV) stuft Quecksilber als sehr giftig ein. Amalgam wird als hochgiftiger Sondermüll eingestuft. Zahnarztpraxen sind in Deutschland seit 1990 verpflichtet, teure Amalgamabscheider einzusetzen, damit die Amalgamreste nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Diese Amalgamreste werden von speziellen Entsorgungsfirmen abgeholt und entsorgt. Die Stadtentwässerung prüft regelmäßig die Entsorgungsnachweise für Amalgamreste aus der Zahnarztpraxis.

Wer vorsätzlich oder fahrlässig entgegen § 151 NWG amalgamhaltiges Abwasser in die öffentliche Kanalisation einleitet, begeht eine Ordnungswidrigkeit gem. § 190 Abs. 1 Nr. 14 NWG. Dies kann mit einem Bußgeld bis zu 50.000 (fünfzigtausend) Euro geahndet werden. Amalgam darf bei Gefahr einer Geldstrafe im fünfstelligen Bereich nicht in die öffentliche Kanalisation gelangen, ist jedoch im Mund der Patienten zugelassen.

Aus natürlichen Quellen gelangen jährlich 2.700 bis 6.000 Tonnen elementares Quecksilber durch Abgasung aus der Erd- und Wasseroberfläche in die Umwelt. Der Quecksilberbedarf für Amalgamfüllungen liegt in der EU bei zirka 90 Tonnen.

Die skandinavischen Länder sind Vorreiter, was eine Abkehr von Amalgam betrifft. In Dänemark dürfen seit dem 01.04.2008 keine Amalgamfüllungen mehr vorgenommen werden. Norwegen hat zu Beginn des Jahres 2008 ein Verbot für Verwendung von quecksilberhaltigen Produkten (das schließt auch den Zahnfüllstoff Amalgam ein) angekündigt. Schweden hat ebenfalls beschlossen, auf Quecksilber verzichten zu wollen.

Der Verkauf quecksilberhaltiger Fieberthermometer ist seit 2007 in den 27 Ländern der Europäischen Union untersagt. Das Europäische Parlament hat eine entsprechende Richtlinie verabschiedet, nach der giftiges Quecksilber in neuen Fieberthermometern und anderen Messinstrumenten wie Zimmerthermometern oder Barometern und Blutdruckmessgeräten nicht mehr verwendet werden darf.

 

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